HNO Dr. Hannes Wurzer

Therapie-Möglichkeiten

Auch bei chronischem Tinnitus stehen mehrere Therapiemöglichkeiten zur Auswahl. Die nachfolgende Auflistung stellt keine wertenden Reihenfolge da, da ein chronischer dekompensierter Tinnitus meist ein multifaktorielles Geschehen darstellt, also vielfältige Auslöser und Ursachen haben kann, die individuelle Therapie-Massnahmen erfordern.

1) mit "technischen Geräten"
  1. a) Neurostimulator
    Es ist bekannt, dass sich, meist in der linken Hirnhälfte, bei Tinnitus-Patienten Hörzentren mit erhöhter Aktivität nachweisen lassen. Die Forschungsergebnisse zeigen, dass sich dort eine Gruppe von primär nicht synchron arbeitenden Nervenzellverbänden verbunden hat und nun im Takt = synchron arbeiten. Sie sind dauernd und im Übermaß aktiv und "feuern" fast alle gleichzeitig, d.h. geben ständig eine starken Reiz ab, der von den übrigen Hörzentren irrtümlich als Ton interpretiert wird. So entsteht der nicht von äußeren Tonimpulsen etc. abhängige Tinnitus.

    Nach langjährigen vielfältigen Forschungen hat nun die hinter der Firma ANM stehende Forschungsgruppe ( Neurologen, Neurowissenschaftler, Mathematiker, Informatiker etc.) ein spezielles mathematisches Verfahren/ Computerprogramm herausgefunden: mit diesem wird durch gezielte, in der Zeit und in der Abfolge spezifisch variierende akustische Impulse langfristig die oben beschriebene krankhafte synchrone Überaktivität dieses Hörzentrums aus dem Takt gebracht. Dies führt das Gehirn allmählich wieder in seine natürliche Ausgangslage zurück (sogenannter reset). Durch diesen adaptiven Stimulator sollen also die Tinnitussymptome (Lautstärke, Belästigung etc.) durch die Anwendung von Hörimpulsen reduziert (und oft auch völlig gelöscht) werden.
    Die Therapie umfasst somit:
    • a) Erstellung des "persönlichen" akustischen Tinnitusprofils und Überprüfung, ob dies prinzipiell für den Neurostimulator geeignet ist
    • b) Berechnung der individuellen CR-Algorithmen, Programmierung des Neurostimulators (einem i-pod ähnlich, mit 2 meist offenen Kopfhörern)
    • c) Tragen des Stimulators 4-6 Stunden täglich
    • d) Bei ca. 2/3 der Patienten ist in den ersten 2 Monaten ein Ansprechen der Therapie (Leiserwerden, Änderung des Tinnitus etc.) festzustellen. Ggfls. sind mehrere Nachjustierungen des Stimulators in Abhängigkeit von der Tinnitusänderung nötig

    Praktischer Ablauf:
    Beim ersten Termin im Tinnituszentrum werden, in Ergänzung der vom Patienten mitgebrachten Unterlagen, die entsprechenden Messungen durchgeführt, um die Eignung für den Stimulator und evtl. andere Therapiemöglichkeiten zu überprüfen. In Einzelfällen sind weitere Termine zur Validierung erforderlich.

    Bei prinzipieller Eignung, und auf Wunsch des Patienten, erhält dieser den Kaufvertrag und das Bestellformular für den ANM-Stimulator; diese schickt der Patient an die Firma ANM, mit der er den Vertrag abschließt. Nach Bezahlung des Stimulators (inclus. Kopfhörer und Mwst. 2685.- EUR) wird dieser von der Firma ANM an den behandelnden Arzt (z.B. Dr. Wurzer) geschickt; der Patient wird davon unterrichtet und vereinbart den Anpassungstermin.

    Für die Anpassung, die eine konzentrierte Mitarbeit des Patienten erfordert, wird ca. 1 h benötigt. Weitere Kontrollen werden anfangs meist in 4-6wöchigen Abständen durchgeführt.

  2. b) Tinnitus/ noiser / masker
  3. c) Hörgeräte
2) weitere medizinische Verfahren
  • a) Infusionen mit Lidocain etc.
  • b) Infusionen mit Neurotransmittern
  • c) orale Medikamente
  • d) Akupunktur/Neuraltherapie
  • e) Chirotherapie/ manuelle Therapie/ Physiotherapie
  • f) Aufbißschiene
  • g) Iontophorese
  • h) Magnetfeldtherapie

(Internetseite in Vorbereitung)

3) psychologische Verfahren
  • a) Muskelrelaxation nach Jacobson (und andere Entspannungsverfahren)
  • b) Tinnitus-retraining
  • c) Verhaltenstherapie
  • d) Hypnotherapie


(Internetseite in Vorbereitung)